Nachdem wir letzte Woche erfahren haben, dass die letzte Klausur für dieses Semester um eine Woche nach hinten verschoben wurde und unser Lastenaufzug nur noch kosmetisches Tuning braucht entschieden Tobi und ich kurzfristig noch nach Xi’An zu fahren um uns die tönerne Armee anzusehen. Gesagt getan! Samstags nachdem wir ausgeschlafen haben (12 Uhr mittags...) gingen wir zum Bahnticket-Office um die Ecke und kauften uns 2 Sleeper-Tickets nach Xi’An für abends.
Um 19:58 fuhr der Z-Zug dann los (ich hab immer noch keine große Ahnung worin genau der Unterschied zwischen den ganzen Zugarten ist...) und sollte um 10 Uhr morgens da sein. Pustekuchen, wir kamen mit 3 Stunden Verspätung an, haben aber auf der Fahrt noch eine Interessante Bekanntschaft gemacht. Wir haben eine Australische Familie kennengelernt, die auf China-Reise ist und Weihnachten und Neujahr in, haltet euch fest, Karlsruhe, ja Karlsruhe verbringen wird... die Welt ist doch ein Dorf! Norbert, der Vater ist ausserdem auch noch direkter Nachfahre der Gebrüder Grimm, da soll einer sagen, Zugfahren in China ist langweilig!
Nun wieder zu Xi’An, nachdem wir angekommen waren wollten wir erstmal zu Fuß Richtung geplanter Unterkunft gehen, merkten aber schnell, dass das doch weiter war als gedacht è Wir wechselten die Fortbewegungsart auf ein Taxi, was für ein wesentlich schnelleres erreichen des Hostels eignete.
Als erstes sahen wir uns dann die Stadtmauer an, auf Fahrrädern natürlich J
Die 14km kosteten uns fast anderthalb Stunden inclusive Fotopausen, die aufgrund der diesigen Luft ziemlich kurz ausfielen. Abends chillten wir dann noch eine Runde im Hostel um dann nochmal kurz um den Block zu ziehen. Auf diesem Weg liefen wir dann an einer Bar namens: 3 Carat – Jazz Coffee Bar vorbei und checkten sie aus, da der Name Jazz versprach. (Wenn ihr mal nach Xi’An kommt, geht nicht in diesen Schuppen...) Wir betraten die Bar und mussten erstmal durch den Metalldetektor der direkt jubilierte, aber da wir Westler sind hat das da mal wieder wie so oft keinen interessiert, um dann ein einen schlecht beleuchteten Raum geführt zu werden. Nachdem der erste Schreck verflogen war, bestellten wir uns jeweils einen Cocktail den man notfalls im Sturztrunk leeren konnte... Der mal wieder überaus tatschige Kellner wollte uns dann auch direkt Freibier andrehen, was wir nicht so ganz verstanden und freundlich mehrmals ablehnten bis er endlich abzog. Wie gesagt, die Bar kam uns als wir oben waren überaus dubios vor... Naja, dann kamen unsere Cocktails, die übrigens eher medium-lecker waren, und wir warteten was die nächste Überraschung sein möge... Die kam zum Glück nicht, also tranken wir unsere Cocktails aus und gingen wieder ins Hostel eine Runde Billard spielen.
Am nächsten Tag fuhren wir dann zur tönernen Armee, die die Erwartungen leider nicht ganz erfüllte, aber aufgrund des niedrigen Eintrittspreises (Nebensaison + Studentenrabatt) wars dann wieder O.K.
Es ist aber schon interessant was die damals schon alles fertig gebracht haben. Keiner der Soldaten gleicht einem anderen, alle haben unterschiedliche Haltungen und Gesichtszüge. Leider sind nicht alle Statuen gut erhalten geblieben, aber vieles ist auch noch nicht ausgegraben.
Gestern dann sahen wir uns noch das muslimische Viertel an, oder vielmehr irrten wir durchs Viertel auf der Suche nach der Moschee, die sich uns nicht zeigen wollte, könnte aber auch daran gelegen haben, dass der Stadtplan im Lonely Planet mal wieder etwas ungenau war... Hier in den engen Gassen zeigte sich dann mal wieder das urige China. Man sah Metzgereien, die in irgendwelchen Garagen auf dem Boden die Sachen zum Verkauf vorbereitet haben (Ich wollte ein Foto machen, das gefiel dem Besitzer aber nicht! Später hab ich’s dann aber im Vorbeigehen gemacht Hehehehe) Dann gab es auch wieder viele Garküchen, die hier ziemlich coole Herde hatten, wo man dachte es wurde ein altes Düsentriebwerk verbaut, so wie die aussahen und Feuer gespien haben...
So und jetzt sitzen wir am Flughafen und warten auf unseren Flug FM9202 – Shanghai Airlines – Xi’An => Pudong
Die Fotos gibts wieder in einer Galerie. Ich würde sie zwar gerne teilweise auch in den Text einfügen, das ist aber aufgrund des ziemlich langsamen VPN-Tunnels nach Karlsruhe, den ich zum bloggen benutzen muss eine zeitaufwändige Angelegenheit und mir somit oft zuviel.
Alsdann, Over and Out
Euer Flo
Nachtrag: Noch eine kleine Kuriosität: Die Müllautos in Lhasa spielen „Happy Birthday“ und die Straßenreinigungsautos in Xi’An spielen den Titanic-Song aus Lautsprechern während sie durch die Straßen fahren! Hahahahahaha, hier wird man immer wieder verblüfft!

Du solltest da mal ein paar Bilder drehen. Das geht sogar offline - ohne VPN ;-)
AntwortenLöschenGruß aus den Staaten!