So verschaffte uns Sven am vorletzten Abend unseres Urlaubs in der Provinz Guanxi einen ziemlichen Lachflash. Aus Versehen hat er Gan bei (Auf Ex / Prost!) mit Mai dan (Rechnung) verwechselt, was zu einem ziemlich lustigen Gesicht der Bedienung und Tränen in unseren Augen führte...
Naja aber nun zum Anfang unseres Urlaubs.
Am Dienstag den 29.9. haben wir spontan abends einen Flug oder vielmehr 4 Plätze nach Guilin gebucht. Der aufgrund des späten Zeitpunkts günstige Preis war echt Spitze.
Die ganze Flug-Geschichte war ein ziemlicher Gag, denn hier kann man mit einem Zettel, ja einem Zettel, als Ausweis fliegen! Wir haben alle am Montag bevor wir in Urlaub geflogen sind unseren Residence Permit beantragt und mussten dafür unsere Reisepässe abgeben. Dafür bekamen wir eine Quittung, die unser Ausweis für die Zeit bis wir unsere Reisepässe zurückbekommen unser Ausweis ist. Wir fragten natürlich direkt ob wir damit fliegen können, da uns die Geschichte unsere freien 8 Tage hätte versauen können, man versicherte uns aber, dass man damit fliegen könne. Also ließen wir jeweils ein Foto von uns auf die Quittung tackern und mit dem hier alles offiziell machenden roten Stempel absegnen.
Wir also am Mittwoch Nachmittag zum Flughafen, Gepäck eingecheckt und ab zur Sicherheitskontrolle. Dort war dann der Moment wo der Elefant das Wasser lässt und wir bangten um unseren Urlaub. Aber entegegen aller Befürchtungen kamen wir alle durch, wir mussten nur unsere Wanderschuhe ausziehen und durchleuchten lassen, da die gepiept haben wie ne falsche Metallhüfte...
Um 17:25 Boarding und ab mit dem Bus übers Rollfeld zu unserer Maschine. Was wir da noch nicht wussten war, dass wir noch ne Stunde aufm Rollfeld im Flieger rumgammeln müssen, da der Luftraum über Shanghai so ziemlich voll ist, und kaum ein Flug pünktlich abheben kann.
Dann nach 2 Stunden Flug kamen wir in Guilin am Airport an und liefen natürlich erstmal den ersten Schleppern in die Hände die uns Hotelzimmer andrehen wollten...
Wir hatten natürlich auch nichts dergleichen gebucht, da es ohnehin immer Zimmer gibt. Also schnappten wir uns das nächste Taxi und fuhren in die Stadt. Unsere chinesisch-Künste ließen eine kleine Unterhaltung mit dem Taxifahrer zu und wir animierten ihn Musik anzumachen und erzählten ihm wo wir herkommen, was ihn zu einer 70 Jahre alten und zum Glück heute nicht mehr angewandten Begrüßungsgeste animierte, die ich jetzt nicht weiter ausführen möchte.
In Guilin angekommen fanden wir auch direkt ein günstiges Hostel und hatten unser Zimmer für die erste Nacht. Nach dem Duschen chillten wir uns noch kurz (bis 2 Uhr Nachts) in die Bar des Hostels und lernten dort noch 2 Mädels aus Dänemark kennen, die wir in den darauf folgenden Tagen mehrmals wiedertreffen sollten.
Den nächsten Tag verbrachten wir mit Sightseeing in Guilin. Direkt an der ersten Sehenswürdigkeit trafen wir natürlich wieder auf die Mädels...
Freitags gingen wir morgens mit Gepäck zum Busbahnhof um uns Bustickets nach Longsheng zu kaufen, von wo wir weiter nach Dazhai auf die Reisterassen wollten. Vorher hatte man uns natürlich versichert, man sollte das im Voraus buchen, da es unmöglich sei, einen Bus dorthin zu bekommen...
Die Busfahrt war direkt mal der Brüller. Wir verließen den Busbahnhof mit allen Sitzplätzen belegt, doch direkt hinter der Ausfahrt aus dem Bahnhof hielt der Bus wieder und die Schaffnerin zog unter einigen Sitzen Hocker hervor, sodass auch der Gang noch mit Passagieren gefüllt werden konnte (die natürlich auch „Tickets“ gekauft hatten...) Nachdem dann auch der Gang voll und der Bus endgültig überladen war ging es los nach Longsheng durch die Berge Guanxis. Berghoch war O.K. bis auf dass der Busfahrer mal wieder fuhr wie die Sau (sonst wäre Busfahren auch langweilig hier...), will sagen, er fährt halt einfach mal in den Gegenverkehr um einen LKW zu überholen... Als es dann die Berge wieder runterging mussten wir zwischendrin anhalten um an einer der vielen Bremskühlstationen unsere Bremsen zu kühlen, denn in China fährt man generell ohne Motorbremse, Gang rausmachen ist eh besser :D.
Nach 2 ½ Stunden Fahrt oder so kamen wir in Longsheng an, kauften kurz Wasser und nahmen unseren Anschlussbus nach Dazhai in die Reisterassen. Dieses Gefährt, man konnte es noch Bus nennen, hätte in Deutschland noch nicht mal TÜV bekommen, aber hier is sowas normal, brachte uns dann mal wieder total überfüllt für 1,5€ nach Dazhai.
Dort starteten wir unsere 2 tägige Wanderung durch die Reisterassen (siehe Bilder).
Doch wir mussten erstmal ein „paar“ Höhenmeter auf Treppen zurücklegen und haufenweise alte Frauen abwimmeln die unsere Rucksäcke tragen wollten... Ist ja nett, aber ich möchte nicht von einer älteren Dame meinen 12 Kilo schweren Rucksack durch die Reisfelder geschleppt bekommen...
Die Wanderung, incl. Nachtwanderung, da wir mal wieder kein Hostel reserviert hatten, war absolut geil. Natur pur! Ab und zu kommt man mal an einem Touri Spot vorbei, aber die größte Zeit sind uns nur Einheimische begegnet, die immer sichtlich erfreut waren von Europäern mit Ni Hao! Begrüßt zu werden.
China hat echt wunderschöne Ecken, und diese hier ist nur eine...
Samstags Nachmittags kamen wir dann endlich nach einer Übernachtung in einem traditionellen Holzhaus in den Reisfeldern und ca. 25-30 km (geschätzt) Fußmarsch in Ping’an an und wollten einen Bus nach Longsheng nehmen. Doch hier war echt nichts mehr zu bekommen. Also leisteten wir uns ein privat Taxi für 20€ nach Guilin (ca. 2-3 Autostunden entfernt). Von dort fuhren wir dann mit dem Bus weiter nach Yangshuo wo wir die nächsten 4 Tage verbringen wollten. Mal wieder ohne gebuchtes Zimmer. Aber auch hier fanden wir direkt wieder Top-Zimmer, die wir uns zu einem Top Preis erhandelten. (Mittlerweile handeln wir überall...)
Den Sonntag schliefen wir dann erstmal aus und sahen uns Yangshuo an, eine Stadt, die leider sehr touristisch ist und im Umkreis sehr viele Aktivitäten zu bieten hat.
Montags liehen wir uns 4 Mountainbikes und fuhren den Yulong-River entlang zur Dragonbridge. Ich kann übrigens Flip-Flops zum Mountainbiken nur empfehlen ;)
Der Weg führte uns quer durch die Pampa und wir hatten einen riesen Spaß über Schotterwege zu düsen.
An der Dragonbridge angekommen trafen wir noch Studenten aus Köln J und kühlten uns vor der Rückfahrt noch kurz im Yulong-River ab.
Dienstags waren Sven und ich dann die Faulen und mieteten uns 2 Roller. Womit wir mal wieder wohl so gegen ziemlich alles verstießen... Keine Ausweise, abgelaufenes Visum, kein Führerschein und kein Kennzeichen auf meinem Roller.... Aber solange man nicht zu schnell fährt interessiert das keinen Polizisten...
Ich kann jetzt übrigens auch verstehen warum kein Chinese Helm trägt. Es wird einfach zu heiß drunter, also zog ich meinen Helm auch nach 10km aus und fröhnte dem Fahrtwind.
Wir machten einen kleine Tour durch die Landschaft und trafen uns am Moon-Hill mit Andi und Tobi, die wieder Fahrräder gemietet hatten. Anschließend fuhren wir in die Buddha-Cave und machten eine Höhlentour mit Schlammbad und heißen Quellen für 10, statt 32€ ( es leben unsere Verhandlungskünste) J
Dann am Mittwoch, unserem letzten Tag unternahmen wir eine weitere Wanderung am Li-River wo man das Panorama sehen kann, was auf dem 20RMB Schein aufgedruckt ist. Es war echt eine absolut geniale Wanderung am Fluß und am Fuß der Karstberge entlang. Auch wenn wir immer wieder nervige Touri-Schlepper die uns mit: „Hello? Hello? Bamboo? Yandi?“ zutexteten abwimmeln mussten. Auf dem Fluss kann man nämlich mit Bambusflößen von Xingping (dem Startpunkt unserer Wanderung) nach Yandi (Endpunkt) fahren.
Kurz vor Yandi hielten wir dann doch ein Bamboo an und erhandelten uns einen guten Preis nach Xingping zurück, da wir dort 2 Stunden später den letzten Bus nach Yangshuo zurück kriegen wollten. Die Floßfahrt war noch richtig schön, incl. Vor-Sonnenuntergang.
Abends trafen wir uns dann noch in einer Kneipe mit den Mädels aus Dänemark und 2 anderen Dänen, die auch in Shanghai studieren und ließen unseren letzten Abend ausklingen.
Donnerstags fuhren wir dann morgens um 7 mit dem Taxi wieder zum Flughafen um dort eine Stunde länger auf den Flieger zu warten, da dieser mal wieder Verspätung hatte. Wenigstens wurden wir durch dir Flugkünste unseres Piloten dann halbwegs für die Warterei entschädigt.
Joa, das war die letzte Woche im „Schnelldurchlauf“
Jetzt lieg ich wieder in Shanghai auf meinem Bett und darf mich mit Unikrams befassen, da nächste Woche 2 Klausuren anstehen, aber des basst scho. Man darf sich halt keinen Stress machen und ihr kennt mich ja... ;)
Alsdann,
Peace, Over and Out!
Man hört sich!

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen