Die Seniorenreisegruppe "Schauinsland" hat mal wieder einen "kleinen" Wandertrip unternommen, was soviel heisst das 4 lustige deutsche Maschinenbauer mit schweren Rucksäcken die Wanderwege Chinas unsicher machen! Diesmal ging es mit dem Bus nach Huangshan in der Provinz Anhui, auch als die Yellow Mountains bekannt. Um 17:30 verließen wir mit 20 minuten Verspätung die South Shanghai Long Distance Bus Station und fuhren Richtung Südwesten. Nach 6 Stunden Fahrt (incl. 1 Stunden Rush-Hour Stau) kamen wir dann in Tangkou, so hieß das kleine Örtchen wo wir die erste Nacht verbringen wollten, an. Mr Hu, den wir schon von unterwegs kontaktiert hatten kam uns und 6 weitere Franzosen dann an der Bus Station dort mit seinem Auto abholen. (Er musste 3 mal fahren um auch alle in sein Hotel zu bekommen) Dort schmiss seine Frau für uns dann auch noch mal den Wok an und bereitete uns einen leckeren Mitternachtssnack. Am nächsten Morgen ging es dann auf die Yellow Mountains, soll heissen Treppen, Treppen, Treppen. Die Chinesen haben nämlich die komische Angewohnheit überall wo es den Berg hochgeht mal ne Treppe hinzubauen, sei der Berg auch noch so hoch. Gegen 11 begannen wir also unseren Aufstieg. 1000 Höhenmeter wollten überwunden werden. Unterwegs waren wir dann auch mal wieder Touristen-Attreaktion Nummer 1, denn wann sieht man schon mal 4 Europäer mit großen Rucksäcken. Auf der Hälfte der Strecke wollte dann auch wieder eine chinesische Mädelstruppe ein Foto mit uns machen und da wir dadrin inzwischen Meister sind (wir haben inwischen aufgehört zu zählen wie viele Bilder wir schon mit Leuten gemacht haben) posten wir wieder gekommt!
Dann ging der Aufstieg weiter, ich nahm allerdings einen anderen Weg als Sven, Andi und Tobi, da ich ehrlich gesagt keine Lust hatte noch mal das 3 fache an Stufen wie zurückzulegen, wie wir schon begangen hatten. Die 3 hatten nämlich die Idee sich noch einen Peak anzusehen der schon nach Millionen von Stufen aussah. Ich ging also den regulären Weg weiter und wartete oben auf die anderen. Beim gammeln hatte ich dann Zeit mal die Touristen genauer zu beobachten und hatte meinen Spaß.
Dazu muss man sagen, dass da oben ein Betrieb war, den man echt nicht mehr feierlich nennen kann...
Als die Jungs dann bei mir ankamen gings weiter Richtung unterkunft für die Nacht. Natürlich wieder über Treppen, wie denn sonst auch ;-)
Der Sonnenuntergang war wieder der Hammer (siehe Bilder) und nach weiteren 2 Stunden Wanderung durch die Nacht kamen wir dann in unserem „Hostel“ an. Also vielmehr einer der 3 Cable Car Stationen, die auch als Hostels dienen. Die Station war nach Dienstschluss einfach mal zum Restaurant umfunktioniert worden. Wir bezogen also unser Zimmer, was Mr Hu noch organisiert hatte, denn Wochenends ist es immer schwer eine Übernachtungsmöglichkeit auf den Mountains zu finden. Wir teilten uns ein ca 16qm Zimmer mit 5 Chinesen und hatten eine sagen wir mal nicht sooooo erholsame Nacht (wer mehr infos will bitte Email, das könnte sonst zu lang werden...)
Am nächsten Morgen frühstückten wir dann auf einem Felsen in der Sonne unser mitgebrachtes Frühstück (Gutes Brot aus der deutschen Bäckerei hier, mit Käse und Salami) Danach ging dann der Teil los warum wir überhaupt dort übernachtet haben: Der Canyon! Zuerst mit einem 600 Höhenmeter umfassenden Abstieg, der nicht wie erwartet spektakulär aber wunderschön war. Unten angekommen, gab es eine kleine Pause und einen Plausch mit einem Taiwanesen, der deutsch konnte, ziemlich cool was man immer wieder für Leute trifft! Und hoch gings wieder (800 Höhenmeter) zuerst unspektakulär aber dann wurds richtig geil, denn: Der Weg ging an senkrechten Steilwänden vorbei (den haben die mal grad so da dranbetoniert, wir haben immer noch keinen Plan wie...) Zur anderen Seite konnte man dann ca. 200-300 m in die Tiefe gucken, weiche Knie inklusive...
Das war die Strapazen echt Wert! Oben angekommen ging es dann zur Cable Car Station und von da wieder nach unten und mit dem Flieger zurück nach Shanghai.
Fazit:
IN:
Berge, geile Aussichten, Natur pur
OUT:
Millionen Touristen, trotz Rauchverbot im Zimmer rauchende Chinesen, der geschlossene Lotus-Peak

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