Letztes Wochenende war also chinesisch Neujahr – zu deutsch: BÖLLLLLLLLLLERN!!! Und zwar das eine ganze Woche lang! Wir konnten uns nactürlich nicht zurückhalten und mussten uns dem Gruppenzwang (1,3 Milliarden Menschen!) dann doch ergeben. è Wir haben die hiesige Böllerindustrie etwas gefördert! Nur schade, dass man den krams nicht nach Deutschland einführen darf wie, angeblich zu gefährlich. Wir haben zwar auch gesehen wie sich ein hiesiger Landsmann kräftig die Griffel verbrannt hat, aber wer die Lunte nach dem Anzünden anfassen muss, der ist selber Schuld wenn er sich verbrennt.
Naja, nun zu chineisch Neujahr. Das begingen wir 4 Karlsruher mit den 3 anderen Praktikanten, die ich aus Kunshan kenne. Wir begannen den Abend mit dem 15€ all you can eat and drink beim Teppan-Yaki. Dies hatte zur Folge, dass wir etwas angeheitert um 22:30 das Restaurant verließen (sie mussten schließen, aber nicht wegen uns ;-) ) und in den nächsten Club weiter feiern wollten. Doch zuerst mussten die Böller-Reste meines Geburtstags vernichtet werden (siehe Bilder). Danach gings dann in einen Club im 30. Stock mit ner ziemlich coolen Aussicht auf die Stadt, wenn es nicht gerade anfängt zu schneien und man keinen Meter weit sieht...
Dort feierten wir bis in den Morgengrauen und nahmen dann ein Taxi nach Hause.
Am nächsten Tag dann ging auch schon Tobi, Sven und mein Flieger nach Qingdao wo wir die nächsten Tage verbringen wollten. Der Flug war der billigste und beste, den ich hier bis jetzt gemacht habe. Turbulenzen vom Feinsten (Svens Nachbarin ließ sich daraufhin doch nochmal ihr kurz zuvor eingenommenes Essen durch den Kopf gehen...) und ein Preis von umgerechnet 29€ machen Shandong Airlines zu meinem persönlichen Favoriten!
Naja wieder zum eigentlichen: Dem URRRRLAUB!
Wir landeten gegen 20 Uhr abends und nahmen den Airportbus in die Stadt und gingen dann zu unserem Hostel. Das Hostel ist das erste Observatorium, was in China gebaut wurde und liegt auf einem Hügel im Stadtkern. Dort fielen wir dann müde in unsere Betten der Klasse hart bis nicht ganz so hart und schliefen am nächsten Morgen erstmal gediegen aus.
Dann gingen wir in das auf dem Dach gelegene Hostel „Restaurant“ und warteten geschlagene anderthalb Stunden auf unser Frühstück, da der Mitarbeiter, der sich um das Frühstück kümmerte noch keine effiziente Arbeitsweise gefunden hat...
Nach dem langen Frühstück gingen wir runter in die Stadt und spazierten an der Uferpromenade entlang bis wir keine Lust mehr hatten.
Abends chillten wir dann im Hostel und entschlossen uns noch spontan uns einer Gruppe Chinesen anzuschließen die zum Karaoke wollten. Das rundete dann den Abend komplett ab. Wir haben keinen Kuai fürs Karaoke bezahlt, hatten einen riesen Spaß und waren um halb 4 morgens im Bett!
Beim Karaoke lernten wir Adam, einen Briten kennen, der mit dem Zug von London nach China gefahren ist. Ziemlich geile Tour muss ich sagen!
Mit Adam erkundeten wir dann am nächsten Tag weiter die Stadt und kauften uns auch unsere Rückfahrkarten für den Nachtbus nach Shanghai.
Am 3. Tag fuhren wir 4 zum Mount Laoshan und wollten hochwandern, was sich später als doch nicht sooo einfach herausstellte. Aber dazu gleich.
Wir begannen mit den in China sehr weit verbreiteten Stufen (siehe den Eintrag zu den Yellow Mountains). Die nahmen wir bis sie zu Ende waren. Auf dem Weg fing dann auch ein kleiner Chinese an uns quasi zu begleiten. War ein recht lustiger Kerl, der wahrscheinlich sein Englisch verbessern wollte. Als wir dann oben ankamen, wollten wir einen kleinen Pfad nehmen, der uns unserer Meinung nach nach ganz oben bringen sollte. Auch hier wollte unser Begleiter uns folgen, da er aber ziemlich kaputt aussah und wir nicht wussten ob wir es pünktlich zum letzten Bus schaffen fragten wir ihn ob er müde sei. Antwort: „Nein, natürlich nicht...“ Nach einigem Nachfragen gab er dann zu müde zu sein, aber den Weg zurück nicht zu wissen! Das verblüffte uns erstmal, da er eigentlich nur die Treppen zurück nehmen musste... Wir zeigten ihm also wo er lang musste und machten uns an den weiteren Aufstieg, der endlich mal nicht befestigt war. Die Wegkennzeichnung bestand aus kleinen roten Fähnchen, die an Zweige gebunden waren. Wir kraxelten also weiter hoch bis wir nach mehreren Abbiegungen feststellen musste, dass wir an einem Dead-End gelandet waren, bzw. man hätte noch weiter gekonnt, aber mit rucksack und ohne richtige Ausrüstung wäre das zu gefährlich gewesen. Also beschlossen wir umzukehren. Der Abstieg beinhaltete dann doch mehrere kleine Rutschpartien (Wir hatten einen riesen-Spaß) und ein bisschen Schneegestöber. Letztendlich erreichten wir doch noch einen der letzten Busse und fuhren bis zu einem Starbucks, den wir auf dem Hinweg gesehen hatten. Dort wärmten wir uns auf und fuhren schließlich weiter in die Stadt um dort zu essen. Nach dem Essen fielen wir dann müde in unsere Betten. Am 4. Und letzten Tag in Qingdao besuchten wir die Tsingtao-Brauerei und ließen uns mit einer Führung in die Geschichte des Tsingtao-Bieres einweihen. (Nur zur Info: Die Brauerei wurde 1903 von Deutschen gegründet! J )
Abends fuhren wir dann zum Busbahnhof und nahmen den Nachtbus nach Shanghai.
Dies war dann auch wieder eine im Nachhinein sehr lustige Erfahrung. Der Bus war ausgebucht und wir fuhren mit ca 36 Leuten (Liegebus) in Qingdao los. Zuerst auf die Autobahn, doch nach 20 Minuten bog der Fahrer ab und gurkte ne Runde durch die Wallachei um noch ca 8-Mal zu halten und noch 12-15 Leute aufzunehmen, die die Fahrt sitzend bzw. liegend im Gang begangen. Wir hatten natürlich das Glück ganz hinten im Bus die Liegen direkt neben dem DIXI-Klo zu bekommen. Soll heißen, netter Chemieklo Gestank 11 Stunden lang J Njaaaaahaaa war das ein Düftchen, was da rauskam... Aber egal, wir sind in China und es gilt: Andere Länder andere Sitten, was beinhaltet, dass die Landsleute hier das Klo als ganzes benutzen und nicht nur die Schüssel. Details spare ich mir an dieser Stelle.
Nach 11 Stunden Fahrt und ca. 2 Stunden Schlaf kamen wir dann in Shanghai an, nahmen erstmal ein Taxi zum Bahnhof, damit ich mir ein Zugticket nach Kunshan für Nachmittags kaufen konnte und fuhren dann mit der ersten Metro zu Sven und Tobi nach Hause (Mein ich nenne es jetzt mal dreist: Wochenenddomizil. Ein herzlicher Dank hier an die Gastgeber, ich habe den Aufenthalt sehr genossen und werde gerne wiederkommen!)
Nachmittags nahm ich dann den Zug nach Kunshan und jetzt sitze ich hier und fasse mal die letzte Woche zusammen!
Das wars dann auch schon, ich bin müde und wird jetzt erstmal ne Runde gammeln!
Bis denn dann!
Euer Flo

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